Ein paar Gedanken zur Faszination des Münzensammelns

Münzen sammeln – war das nicht etwas für unsere Großväter? Ja, auch, aber heimlich, still und leise hat sich eine neue Generation von  Münzfans etabliert. Immerhin gibt es zwei Millionen von ihnen in Deutschland, die im Schnitt zwischen 30 und 45 Jahren sind. Die meisten sind Männer. Von einem „aussterbenden Hobby“ kann also keine Rede sein.

Sie alle haben verstanden, dass man mit diesem Hobby durchaus mehr als Sammelfreude  verdienen kann. Das Besondere: Die, die es ernsthaft betreiben, können damit bares Geld verdienen. Vor allem für  historische Münzen gilt: Sie werden mit jedem Jahr wertvoller.

Münzen sammeln hobby

Quelle: Originalbild  CC0, Autor: Pixabay.com stevepb

Oft kommen die Neulinge durch Zufall zum Sammeln. Entweder bekommen sie aus der Familie eine Sammlung oder eine Münze geschenkt.

Münzen und Lehrgeld

Die Finanzkrisen seit 2008 trieben die Menschen zum Münzsammeln. Seitdem setzen die professionellen Sammler verstärkt auf Gold und Silber.  Und bei den zuletzt extrem niedrigen Zinsen finden sich einige Anleger unter den Neu-Sammlern. Schon nach einem Jahr Haltezeit ist sogar der Gewinn steuerfrei.

Geld verdienen kann man nicht von Anfang an, weil man dafür zuerst einmal Wissen anhäufen muss. Nur so kann man schon einmal eine teure von einer billigen Münze unterscheiden. Dazu muss man zunächst die Grundlagen des Sammelns lernen: Der Wert richtet sich  zunächst einmal nach Alter und Materialwert. Vor allem aber geht es darum, wie selten das gute Stück ist. Und die Mode spielt auch mit. Deshalb ist es wichtig, die Trends auf dem Markt zu kennen, damit man nicht eine überhaupt nicht angesagte Münze kauft.

Oft suchen sich die Sammler ein eigenes Spezialgebiet aus, in dem sie sich extrem gut auskennen; seien es Zeitspannen, Länder, Tiere, politische Motive, Sondermünzen wie z. B. zu den Olympischen Spielen. Oder die Leute sammeln nur Gold- oder nur Silbermünzen oder nur besondere Materialien wie bimetallische Münzen. Der Auswahl sind keine Grenzen gesetzt.

Moderne Goldgräber

Für die Wertbestimmung einer jeweiligen Münze sind, wie gesagt, unterschiedliche Faktoren ausschlaggebend. Wie bei allen Waren spielen auch bei Münzen Angebot und Nachfrage eine große Rolle. Eine niedrige Auflage wirkt sich z. B. oftmals positiv auf den Wert einer Münze aus, jedoch spielt auch die Nachfrage eine entscheidende Rolle. Der Materialwert spielt auf dem Münzmarkt mitunter die größte Rolle, denn bei Münzen aus Edelmetallen wie Gold, Silber, Platin spielt der Materialwert eine große Rolle (und der kann steigen und fallen).

Alter und Geschichte werden spielen ebenfalls eine Rolle. Gerade bei antiken und mittelalterlichen Münzen spielen Alter und die Geschichte eine wichtige Rolle. Gleichzeitig ist der Kreis der petenziellen Käufer klein, weil sehr spezialisiert.

Im Prinzip gilt natürlich vor allem, dass die Nachfrage (und das Angebot) den Preis bestimmen. Es ist jedenfalls nicht ratsam als erste Münze ein sehr teures Stück zu kaufen. Die Gefahr, reinzufallen, ist zu groß.

Eine gute Einstiegsmöglichkeit sind hingegen die Euro-Münzen aller EU-Länder (mehr dazu auf http://www.euromuenzen-sammeln.eu). Das Gute an diesen Münzen ist, dass man genau weiß, was sie wert sind.

Exzesse bei Auktionen

Wie auf anderen Märkten gibt es auch hier Extreme. So wurde voriges Jahr in Osnabrück die besonders seltene „Tetradrachme der Punier“ (mehr als 2000 Jahre alt) angeboten. Der Nennwert war 25.000 Euro, doch am Ende ging sie für 180.000 Euro über den Versteigerungstisch.

Ein 1872 geprägtes 20-Mark-Stück aus Sachsen-Coburg-Gotha schlug ebenfalls Rekorde. Der laut Auktionshaus Künker „seltenste Typ aller Reichgoldmünzen“ war im Vorfeld auf 60.000 Euro geschätzt worden. Ein Bieter nahm sie für 123.000 Euro mit.

Um eine Vorstellung von den Geldmassen zu bekommen, für die Münzen gehandelt werden: Allein in den USA werden jährlich fast fünf Milliarden Euro für Numismatik, Münzen, ausgegeben.

Man kann auch im Kleinen Gewinne machen. 2007 kam eine Zwei-Euro-Münze heraus mit dem Motiv von Monacos verstorbener Fürstin Gracia (Ex-Grace Kelly): ihre Auflage betrug  20.000 Stück. Inzwischen ist die Gedenkmünze 2.000 Euro wert. Im selben Jahr erschienen in Frankreich drei 1,5-Euro-Münzen „Kleiner Prinz“ – heute sind sie bereits 2500 Euro wert. Das zeigt, wie schnell der Wert nach oben gehen kann.

Der Traum jedes Sammlers ist es natürlich, im eigenen Keller ein Schmuckstück zu finden. Verstaubt, aber gut erhalten. Ob das ein Fall von besonderem Sammlerglück war, kann man erst beim Fachmann erfahren. Vielleicht ist man nachher reich!